Fledermausquartiere an Wohngebäuden sind häufig ein konfliktgeladenes Thema. Ideal ist es daher, großflächige Quartierneuschaffungen an Gebäuden vorzunehmen, die einem geringen Wohnnutzungsdruck durch den Menschen unterliegen. Lagerhallen, Stallanlagen usw. bieten hervorragende Möglichkeiten, Fledermausschutz im Siedlungsbereich gesellschaftsfähig zu machen. Der NABU Rügen konnte einen ortsansässigen Landwirtschaftsbetrieb dafür gewinnen, den Südgiebel eines Stallgebäudes zur Schaffung eines Fledermausquartiers zur Verfügung zu stellen.

 






An diesem Südgiebel wurde durch Ranger des Biosphärenreservates im Frühjahr 2011 eine Holzverschalung angebracht. Hohlräume hinter der Verschalung und Einschlüpfe am unteren Rand bieten gute Voraussetzungen, dass sie als Quartier von den Fledermäusen angenommen wird.

 


 



Ein Ranger des Biosphärenreservates Südost-Rügen beim Anzeichnen des Holzes für die fledermausfreundliche Verschalung.





Hinter den Holzlatten bleibt ein Hohlraum, in dem sich die Fledermäuse verstecken können. Der Wandputz ist recht rau, die Holzlatten ungehobelt – sehr gute Bedingungen für die Fledertiere, die sich an den rauen Strukturen gut festkrallen können.




Am unteren Rand der Holzverschalung wurden Schlupflöcher ausgesägt, die den Fledermäusen Zugang zu den Hohlräumen hinter den Holzlatten verschaffen.

 




Die Holzverschalung ist fast fertig. Nach Abbau des Gerüstes heißt es dann: Abwarten! Wie schnell die Fledermäuse dieses neue Quartierangebot entdecken und annehmen, kann man pauschal nicht sagen. Die Erfahrungen aus dem Projekt Fledermausfreundliche Stadt Putbus zeigten: Ein Teil neugeschaffener Quartiere (Fledermauskästen)  wurde schon nach kurzer Zeit (2 Wochen) angenommen, andere erst nach 4-5 Monaten, wieder andere erst im Folgejahr.

 

 

 

 

 

 


Wer und was ist bei der Naturschutzarbeit versichert? Bin ich auch geschützt, wenn ich auf dem Weg in die Vorstandssitzung einen Unfall erleide?