+++ Angeln verbieten aber baggern erlauben? Beim LNG-Wahnsinn stinkt der Fisch vom Kopfe her! +++
LNG-Gegner haben sich zu einer Protestkundgebung in Sassnitz auf Rügen versammelt. An der Demonstration, die in Sassnitz begann und bis nach Mukran führte, beteiligten sich laut Polizei insgesamt rund 700 Menschen. Bei dem Aktionstag gegen das geplante Terminal gelang es einigen Aktivisten von Ende Gelände Zäune zu überwinden und auf dem Hafengelände von Mukran auf bereit liegende Rohre für die geplante Pipeline zu klettern. Ende Gelände, die Bürgerinitiative Lebenswertes Rügen, der NABU Rügen und Fridays for Future haben gemeinsam zu der Demonstration aufgerufen.
TAZ.de
Die Proteste auf Rügen gegen ein LNG-Terminal lenken den Blick auf ein überflüsiges, ökologisch gefährliches Projekt. Und auf die Rolle der Grünen dabei.
"LNG - Diese Insel kriegst du nie!"
https://taz.de/Ende-Gelaende-gegen-LNG-auf-Ruegen/!5961864/
Kein LNG auf Rügen!
Kein LNG weltweit! Gemeinsam gegen die dreckige Lüge vom sauberen Erdgas vom 22.-24. September 2023 auf Rügen!
LNG zerstört Ökosysteme, Lebensgrundlagen von Menschen weltweit und all das unter dem Deckmantel der Energiesicherheit für die Industrieländer. Wir sagen: Think globally, block locally! Kommt am Wochenende vom 22.-24. September 2023 für Aktionen nach Rügen!
Greifswalder Bodden nahe Lubmin - Foto: Georg Hundt
UPDATE | 19. September 2023 – Bittere Entscheidung gegen die Natur und ein sensibles Ökosystem: Das Bundesverwaltungsgericht hat unter anderem einen Antrag des NABU Mecklenburg-Vorpommern auf einen sofortigen Baustopp im Greifswalder Bodden abgelehnt. „Die Argumentation des Gerichts ist für uns an vielen Stellen nicht nachvollziehbar“, kritisiert NABU-Landesgeschäftsführerin Dr. Rica Münchberger. „Zumal die Entscheidung bereits vor Ablauf unserer Begründungsfrist ergangen ist.“ Außerdem konnte der NABU bislang keine Einsicht in verfahrensrelevante Akten nehmen, wie Münchberger weiter bemängelt.
Der NABU-Landesverband hatte ein Eilverfahren gegen die bereits stattfindenden Arbeiten für eine Gas-Pipeline vor Rügen angestrengt. Gebaggert wird dort bereits seit einigen Wochen, obwohl das Gesamtprojekt noch nicht genehmigt ist. Aus Sicht des NABU werden so bereits Tatsachen geschaffen, weil die Arbeiten teilweise irreversible Umweltschäden anrichten.
"Eine Niederlage für die Natur."Dr. Rica Münchberger, Landesgeschäftsführerin NABU Mecklenburg-Vorpommern
„Insgesamt führt die Entscheidung zu einer Niederlage für die Natur“, fasst Münchberger zusammen. Der gesetzliche Biotopschutz wurde auf diese Weise vom Tisch gewischt und der Habitatschutz vernachlässigt.
Durch den Bodden soll eine Pipeline verlegt werden, die fossiles Erdgas vom LNG-Terminal in Mukran nach Lubmin transportiert, wo es ins Gasnetz eingespeist werden kann. Mit den Arbeiten an der Pipeline werden, so die Befürchtung, Naturräume im ohnehin schon stark geschädigten Greifswalder Bodden weitgehend zerstört. Diese Schäden sind vom Bergamt in Stralsund, das die Arbeiten genehmigt hatte, aus Sicht des NABU nicht ausreichend berücksichtigt worden. Eine Argumentation, die für das Bundesverwaltungsgericht offensichtlich nicht ausreichend war.
Donnerstag, 14.09.2023
• Entscheidung des Bundesverwaltungsgerichts im Eilverfahren zum ersten Bauabschnitt der Anschlussleitung nach nur summarischer Prüfung
• Behörde erteilte Genehmigung unter Berufung auf veraltete Nord-Stream-2-Unterlagen, die Umweltverbänden und Öffentlichkeit nicht vorgelegt werden
• Projekt ist nach Expertenaussagen energiepolitisch nicht notwendig, hat aber katastrophale Auswirkungen auf Klima und Natur
Berlin/Leipzig, 14.9.2023: Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) verlangt im Ringen um einen Baustopp für die geplante LNG-Pipeline vor Rügen Einsicht in bisher geheim gehaltene Unterlagen
des früheren Nord Stream 2 Projektes. Nur so ist ein faires Verfahren gewährleistet, da sich die zuständige Behörde bei der Genehmigung der Pipeline auf Gutachten aus den Nord Stream 2 Akten
stützt. Vorangegangen war gestern Abend eine Entscheidung Bundesverwaltungsgericht (BVerG) in Leipzig, keinen unmittelbaren Baustopp des ersten Abschnitts der Anschlussleitung für die beiden im
Hafen von Mukran (Rügen) geplanten LNG-Terminals im Eilverfahren anzuordnen. Das Gericht hat dabei nach eigener Aussage bisher nur auf Grundlage einer summarischen Prüfung und im Sinne einer
Interessenabwägung entschieden.
Die von der DUH vorgebrachten Einwände und Bedenken bestehen weiter. Der Umweltschutzverband geht nun ins Hauptverfahren und fordert weiterhin den Baustopp sowie die Absage des gesamten Projekts.
Laut allen Expertenberechnungen sind die geplanten Terminals auf Rügen für die Energiesicherheit Deutschlands überhaupt nicht notwendig. Auch die Bundesnetzagentur geht in ihren monatlichen
Berichten davon aus, dass die deutsche Gasversorgung für den kommenden Winter gesichert ist. Trotzdem werden bereits Fakten geschaffen. Am Montag hat die Verlegung begonnen. Dafür werden die
einzigartige und extrem sensible Natur vor Rügen und im geschützten Greifswalder Bodden zerstört, geschützte Tierarten massiv gefährdet. Die Klimafolgen des Projekts sind erheblich. Deshalb
verlangt die DUH eine umfangreiche Prüfung des energiewirtschaftlichen Bedarfs, der Klimafolgen und der Naturschutzauswirkungen des umstrittenen Projektes. Dafür müssen auch die für die
Begründung der Genehmigungsbehörde Bergamt Stralsund und des Antragstellers Gascade umfangreich herangezogenen unterstützenden Gutachten des früheren Nord Stream 2 Projektes endlich
veröffentlicht, sowie der Schriftwechsel zwischen Genehmigungsbehörde, Antragsteller und Gericht endlich auch den Naturschutzverbänden zugänglich gemacht werden. Bisher mangelt dem
Genehmigungsverfahren jegliche Transparenz, sodass die Beschlüsse der Behörde nicht nachvollziehbar sind.
Sascha Müller-Kraenner, Bundesgeschäftsführer der DUH: „Jeden Tag schreitet die Zerstörung der sensiblen Natur der Ostsee weiter fort – für ein Projekt, dessen Genehmigung bislang
keiner genauen unabhängigen Prüfung unterzogen wurde. Es ist völlig inakzeptabel, dass sich die Genehmigungsbehörde hierbei auf bisher unveröffentlichte und veraltete Umweltgutachten zum Bau der
Nord-Stream-2-Pipeline beruft und daraus die angebliche Unbedenklichkeit der Bauarbeiten ableitet. Wir und andere Naturschutzverbände haben diese Geheimunterlagen trotz mehrfacher Aufforderung
nicht zu sehen bekommen. Die energiepolitische Notwendigkeit des Vorhabens ist angesichts der in den vergangenen 18 Monaten getroffenen Notmaßnahmen zur Gasversorgung und der historisch hohen
Speicherstände weiterhin nicht nachvollziehbar. Auch der klimapolitische Schaden dieses fossilen Großprojektes ist deswegen nicht hinnehmbar. Wir werden vom Bundesverwaltungsgericht
vollumfängliche Einsicht in alle vorliegenden Akten und Gutachten fordern und unsere weiterhin bestehenden Bedenken in Sachen Natur- und Klimaschutz im nun bevorstehenden Hauptverfahren
vorbringen.“
Berlin – Bereits seit Tagen laufen Baggerarbeiten am ersten Pipelineabschnitt von Mukran nach Lubmin – obwohl diese
erst ab dem 4. September laut Baugenehmigung möglich sind. Die Schiffsbewegungen lassen sich über das Portal Marine Traffic verfolgen. Der NABU fordert einen sofortigen Stopp der Arbeiten,
solange diese nicht von einer Genehmigung gedeckt sind.
Dazu NABU-Bundesgeschäftsführer Leif Miller: „Noch während Gerichtsverfahren laufen, und obwohl noch nicht einmal das Gesamtvorhaben genehmigt ist, wird vor Rügen in Schutzgebieten gebaggert.
Sandbänke und Riffe werden zerstört und das wichtige Laichgebiet des Herings im Greifswalder Bodden gefährdet. Für diese Bauarbeiten gibt es derzeit keine Genehmigung. Sie müssen sofort gestoppt
werden. Wir fordern das Bergamt Stralsund auf, die Einhaltung der Auflagen durchzusetzen und werden gegen das Projekt wegen Verstößen gegen das Naturschutzrecht Klage
einreichen.“
Mit Transparenten, Plakaten und türkisen Kreuzen und vor allem lautstark mit Sprechchören und einem Protestlied machten die ca. 50 LNG-Gegner ihren Unmut gegen die Bundespläne und ihre Kritik an der Genehmigung deutlich.
Rednerinnen verdeutlichten warum sich Rügen gegen die LNG-Pläne vehement wehrt. Maik Pelzer stellte einen symbolischen Antrag an das Bergamt, um den Irrsinn des Beschleunigungsverfahrens aufzuzeigen.
Wolfgang Kannengießer und Karsten Schneider hoben hervor, dass das derzeitige Vorgehen sowohl als beschleunigtes Verfahren als auch durch die scheibchenweisen Einzelgenehmigungen rechtsstaatliche Zweifel hervorruft. Kannengießer beklagte, dass 1.200 Einwendungen bei der Genehmigung für den OAL-Abschnitt unberücksicht blieben. Binz wird klagen, versicherte Schneider erneut und ermunterte zugleich den Protest fortzusetzen.
Die jungen Umweltaktivisten betonten, dass dieser Protest auf Rügen deutschlandweit von den Menschen mit großen Sympathien verfolgt und unterstützt wird. Zur Klimagerechtigkeit passt kein LNG-Terminal auf Rügen.
Ab dem 15. August 2023 kann der Entwurf einer Genehmigung für den ersten Abschnitt des Pipelinebaus im Bergamt Stralsund eingesehen werden – für vier Tage! So sieht es das
LNG-Beschleunigungsgesetz vor.
Wir wollen auf unserer Heimatinsel Rügen ein Zeichen gegen LNG setzen. Seit Monaten wehren wir uns mit all unserer Kraft gegen den Bau eines LNG-Terminals, den Bau einer 50 Kilometer langen
Pipeline durch unsere sensiblen Schutzgebiete vor unserer Ostseeküste und die riesigen Regasifizierungsschiffe in unserer schon so „gebeutelten“ Ostsee. Die Presse ist voll davon. Es geht um
schmutziges Fracking-Gas. In die Prorer Wiek gehören keine LNG-Tanker! Die angebliche Gasmangellage ist bis heute nicht bewiesen. Wir haben Angst um unsere Natur, um unsere Heimat.
Machen Sie mit und seien Sie dabei, ob als Model, Künstler oder bei der Mahnwache.
Protest - Bodypainting - Musik - Infostand
Der Protest gegen die LNG-Pläne muss weiter leben - deshalb ist die Aktion geplant. In unmittelbarer Nähe zum Port Mukran und an einer vielbefahrenen Straße werden wir Banner und Plakate
aufstellen, eine Mahnwache halten und wer möchte, kann dort kreativ sein.
Für das o.g. (Teil-)Vorhaben hat die Gascade Gastransport GmbH, Kassel als Vorhabenträger i.S.d. EnWG unter dem 30.06.2023 die energierechtliche Planfeststellung nach § 43 Abs. 1, 43 Abs. 2 Satz 1 Nr. 1, Abs. 4 EnWG i.V.m. §§ 72 ff. VwVfG i.V.m. § 2 Abs. 1 Nr. 3, §§ 3, 4, 8, 10, 11, 12 LNGG sowie die Zulassung des vorzeitigen Baubeginns gemäß § 8 Abs. 1 Nr. 4 LNGG i.V.m. § 44c EnWG beantragt.
Die vollständigen Antragsunterlagen liegen vom 25.07. bis einschließlich 07.08.2023 in zahlreichen Auslegungsstellen und im Bergamt Stralsund zu jedermanns Einsichtnahme öffentlich aus; Details siehe öffentliche Bekanntmachung. Die Einwendungsfrist endet eine Woche nach Ablauf der Auslegung.
Einwendungen sind also bis einschließlich 14.08.2023 möglich.
Achtung! Sie können dem Bergamt Ihre Einwendung als von Ihnen persönlich unterschriebenes Dokument anhängend an eine E-Mail übersenden. Mögliche Dateiformate sind dabei PDF und JPG/JPEG. Bitte geben Sie dabei auch Ihre vollständige Meldeadresse an.
Die Einwendung muss den geltend gemachten Belang und das Maß seiner Beeinträchtigung erkennen lassen. Konkrete, persönliche Betroffenheit darlegen!
Ein Gutachten zum geplanten Bau der Pipeline für das LNG-Terminal in Mukran auf Rügen bis zum Einspeisepunkt in Lubmin kommt zu dem Schluss, dass erhebliche wasserbauliche Zweifel an der Genehmigungsfähigkeit des Vorhabens vorliegen.
Das Gutachten wurde von Prof. Dr.-Ing. Bärbel Koppe, AQUADOT Ingenieurgesellschaft Hamburg, im Auftrag der Gemeinde Ostseebad Binz erstellt. Frau Prof. Dr.-Ing. Bärbel Koppe lehrt Bauingenieurwesen (Berufungsgebiet: Wasserbau und Hydromechanik) an der Hochschule Wismar.
Prof. Dr.-Ing. Bärbel Koppe: “Die von Gascade beim Bergamt Stralsund eingereichten Planunterlagen für die Pipeline weisen hinsichtlich wasserbaulicher Fragestellungen maßgebende Lücken, Mängel und Unschlüssigkeiten auf. Dies betrifft im Wesentlichen:
1. Küstenmorphologische Prozesse: So können bei den geringen geplanten Mindestüberdeckungshöhen von 0,5 m u.a. freigespülte Bereiche unterhalb der Pipeline und somit freie Durchhänge entstehen, die die Integrität der Pipeline gefährden und zum Bruch führen können.
2. Das marine Vorranggebiet Küstenschutz “Prorer Wiek” soll durch die Pipeline je nach Trassenvariante gequert bzw. ohne ausreichenden Sicherheitsabstand tangiert werden. Ein Gebiet, welches zum Küstenschutz reserviert wurde und indem weitere Nutzungen – somit auch eine Verlegung einer Pipeline – nicht zugelassen sind.
3. Die Bauzeitenplanung berücksichtigt nicht die erheblichen Einschränkungen seebaulicher Tätigkeiten in der Sturmsaison ab Herbst. Der geplante Abschluss der Arbeiten und die Inbetriebnahme der Anlage im Dezember 2023 und somit vor der Ausschlusszeit der Bautätigkeiten während der Heringslaichzeit vom 1. Januar bis 30. April ist unrealistisch.”
Des Weiteren wurde bereits im Planfeststellungsbeschluss zum Projekt Nord Stream 2 von der Genehmigungsbehörde Bergamt Stralsund im Jahr 2018 bereits festgestellt, dass die Nachteile einer Trassenführung über Mukran/Rügen nicht zuletzt aus landesplanerischer Sicht so gravierend sind, dass diese Variante als unzumutbar im Variantenvergleich ausschied.
Das Gutachten betrachtet die eingereichten Planungsunterlagen des ersten Trassenabschnitts von Lubmin bis vor Rügen (auf Höhe Mönchgut, Kilometerpunkt KP 26). Die ggfs. dem Bergamt Stralsund vorliegenden Planungsunterlagen für den zweiten Abschnitt von KP26 bis zum geplanten Terminal in Mukran sind bisher nicht bekannt.
Karsten Schneider, Bürgermeister der Gemeinde Ostseebad Binz: “Die im Gutachten vorliegenden Fakten zeigen unzweifelhaft, dass es mit den Planungen nie so weit hätte kommen dürfen. Es muss nun allen klar sein, dass Pipeline und Terminal endlich Geschichte sind. Wir fordern den Bund und das Land Mecklenburg-Vorpommern auf, das gesamte Vorhaben unverzüglich zu stoppen.”
Das vollständige Gutachten wurde dem Bergamt Stralsund am 12.7.2023 zugesendet.
7. Juli 2023: Abstimmung im Bundestag zum LNG-Beschleunigungsgesetz
Tagesspiegel Background: Die Bundesregierung überschätzt den Bedarf an Flüssiggas-Infrastruktur
TV-Schwerin - Videobeitrag zur Kundgebung in Schwerin
Wann? Montag, 3. Juli 2023; 11.00 bis 14.00 Uhr Wo? Schwerin; vor der Staatskanzlei
In Berlin findet zeitgleich eine öffentliche Anhörung zum LNG-Beschleunigungsgesetz statt. Wir wollen eine deutliche Botschaft an die Landesregierung senden. Sie soll sich für die Interessen ihrer Bürger einsetzen!
Die Bundesregierung will per Eilverfahren Rügen als neuen LNG-Standort durchdrücken. Über eine Erweiterung im LNG-Beschleunigungsgesetz könnte die Anlage für den Import von flüssigem Erdgas ohne jegliche Umweltverträglichkeitsprüfungen und ohne jegliche Bedarfsfeststellung im Hafen von Mukran auf Rügen entstehen. Darüber soll der Bundesrat am 7. Juli 2023 final abstimmen. Anlässlich der Abstimmung im Bundesrat protestieren die Deutsche Umwelthilfe (DUH) gemeinsam mit der Bürgerinitiative lebenswertes Rügen, der Ostseeschutzallianz und vielen weiteren Verbänden vor dem Bundesrat.
Demo in Berlin: Freitag, 07.07 10:00 Uhr bis 11:30 Uhr vor dem Bundesrat (Leipziger Str. 3-4, 10117 Berlin)
Der Wirtschaftswissenschaftler Christian von Hirschhausen hat sich auf einer Veranstaltung der Gemeinde Binz kritisch zu den Plänen für ein Flüssigerdgas- Terminal auf Rügen geäußert. Der Bau zusätzlicher Anlagen und fester Terminals sei energiewirtschaftlich weder sinnvoll noch notwendig ...
Hirschhausen (Forschungsdirektor für die Abteilung Energie, Verkehr und Umwelt beim DIW): ... diese Art der Energiegewinnung eindeutig von gestern ... braucht es kein festes LNG-Terminal vor Rügen, da Deutschland bis 2024 klimaneutral sein soll. Der Verbrauch und damit der Bedarf an Gas würde zurückgehen und diese feste Infrastruktur würde dann eine sogenannte gestrandete Investition werden. Dass diese dann später einfach für Wasserstoff genutzt werden könnte, sieht (er) auch nicht. Auch die Pläne für ein großindustrielles Projekt in Mukran mit einem Wasserstoffzentrum passten nicht in die Region ...
Stellungnahme des DIW (Energiewirtschaftliche und industriepolitische Bewertung des Industrialisierungsprojekts Mukran)
Nordkurier berichtet: Bundeswirtschaftsminister Habeck hat sich auf Mukran festgelegt – doch jetzt gibt es neue Hürden für den LNG–Standort vor Rügen. Es geht um Genehmigungen und Klimaziele.
LNG–Terminal auf Rügen – Bundestag zieht die Notbremse
Der Protest auf der Ostseeinsel Rügen gegen ein Terminal für Flüssigerdgas (LNG) ist groß. SPD, FDP und Grüne haben einen Antrag mit mehr Hürden für den Standort Mukran gestellt.
Pfingsten 2023: Aktionscamp und Aktionen gegen LNG
Pfingstwochenende gegen LNG: in Frankenthal bei Samtens findet ein Frühlingscamp unter dem Motto "Frühling auf Rügen gegen den LNG-Sommer" statt. Am Pfingstsonntag, 28.05.2023, ist Aktionstag mit zwei Demonstrationszügen. Sie starten um 10:30 Uhr; einer von Lietzow nach Mukran, einer von Göhren nach Sellin.
Bei den Planungs- und Genehmigungsbehörden blieb bisher eine Bürgerbeteiligung unberücksichtigt. Um allen die Möglichkeit zu geben, ihre Fragen und Hinweise persönlich einzubringen, wird zu einem alternativen Erörterungstermin eingeladen. Experten der Deutschen Umwelthilfe, der Umweltverbände WWF, NABU und BUND, der BI Lebenswertes Rügen und des Binzer Tourismusverbandes werden vor Ort sein zur Verfügung stehen. Die Fragen und Hinweise werden an die zuständigen Planungs- und Genehmi-gungsbehörden sowie an politische Entscheidungs-träger weitergeleitet. Beantwortung und Stellung-nahme zu den protokollierten und dokumentierten Punkten werden eingefordert.
12.05.2023 MSN.COM
+++ Rügen und das LNG: „Wir brauchen es nicht“ +++
Die Ampel plant wegen der Gas-Krise ein Flüssigerdgas-Terminal auf Rügen. Doch der Widerstand ist groß. Nach dem zweiten Besuch Robert Habecks auf Rügen sehen Kritiker ihre Argumente gegen die LNG-Pläne bestätigt: Das Projekt soll auf Eis gelegt werden.
NABU-Landesgeschäftsführerin Dr. Rica Münchberger: „Es darf nicht sein, dass die Ostsee immer weiter zum Industriegebiet verkommt. Schon jetzt ist das Ökosystem am Rande der Belastungsgrenze. Jeder weitere Eingriff zerstört wertvolle Meeresnatur.“
Stefan Schwill, amtierender Vorsitzender des NABU Mecklenburg- Vorpommern, ist einer der Protestredner auf der Kundgebung. Er schildert die besondere Sensibilität der südlichen Ostsee mit dem außerordentlichen Nutzungsdruck. Weitere überdimensionierte LNG-Terminals mit ihren Auswirkungen könnten das Aus für unser Meer bedeuten. Wir brauchen und wollen keine LNG-Terminals in der Ostsee! "Eine weitere Industrialisierung muss verhindert werden, damit das Ökosystem nicht kollabiert."
„Ich erwarte Antworten“: Juso-Chef in MV initiierte Petition gegen Rügener LNG-Terminal
Am Montag, dem 8. Mai wird in der Sitzung des Petitionsausschusses des Bundestags die Petition gegen die Aufnahme der geplanten LNG-Terminals vor der Küste Rügens in das
LNG-Beschleunigungsgesetz behandelt.
12.00 bis 13.15 Uhr Beratung zur Petition.
Die öffentliche Sitzung findet hier statt: Marie-Elisabeth-Lüders-Haus, Sitzungssaal 3.101,
Adele-Schreiber-Krieger-Straße 1, 10117 Berlin
120 Gäste können mit in den Ausschuss
Anmeldung: vorzimmer.peta@bundestag.de (Voller Name; Meldeadresse; Geburtsdatum, E-Mail Adresse)
11.00 Uhr Demonstration vor dem Kanzleramt
mit Aktionen von Verbänden, Info-Stand der BI Lebenswertes Rügen, Treffpunkt des Petenten mit Begleitern
Die von der Bundesregierung geplante Erweiterung des LNG-Beschleunigungsgesetzes ist rechtswidrig. Das belegt ein neues Rechtsgutachten der Deutschen Umwelthilfe (DUH).
Der forcierte Ausbau der fossilen Technologie ist nicht mit den Klimazielen der Bundesregierung vereinbar. Die Inbetriebnahme eines LNG-Terminals vor Rügen bis zum kommenden Winter ist eher unwahrscheinlich. Es entfällt die Grundlage für die Argumentation der Versorgungssicherheit, die nur für diesen kurzen Zeitraum prognostiziert wird. Der überschaubare Engpass ist mit anderen, geeigneteren Maßnahmen auszugleichen und rechtfertigt nicht den Bau einer langlebigen Industrieanlage erheblichen Ausmaßes in dem fragilen und gefährdeten Ökosystem Ostsee.
Keine Aufnahme der geplanten LNG-Terminals vor der Küste Rügens in das LNG-Beschleunigungsgesetz vom 27.02.2023
Das Ergebnis ist sehr eindeutig: 94.770 Unterschriften!
Viele Rügener und Gäste der Insel haben bei den Unterschriften-sammlungen vor Ort unterzeichnet. Auch bei der Online-Aktion gab es sehr viele Unterstüzter. Dank an alle!
Die Petenten Marvin Müller und Kai Gardeja werden das Anliegen am 8. Mai vor dem Petitionsausschuss des Bundestages vortragen.
Die Planungen und die Situation vor Ort ändern sich ständig. Der ursprünglich geplante Standort für ein Terminal ca. 5 km vor der Küste zwischen Sellin und Baabe ist nicht mehr vorgesehen. Derzeitig scheinen Möglichkeiten für ein Terminal im Hafen Mukran mit Leitungsanbindung nach Lubmin oder ein Standort weit vor Rügens Küste untersucht zu werden. Wir lehnen weitere LNG-Teminals vor Rügen gänzlich ab. Sie sind nicht notwendig, naturschädigend, verlängern die Nutzung fossiler Energien.
Kein Klimakiller-Terminal vor Rügen!
Wenige Kilometer vor dem Ostseebad Sellin soll das LNG-Terminal entstehen – mit einer Import-Kapazität von bis zu 38 Milliarden Kubikmeter Erdgas pro Jahr wäre es das größte in der EU. Das Giga-Terminal vor Rügen würde massiven Schiffsverkehr und den Bau einer neuen Gas-Pipeline quer durch den Greifswalder Bodden, der Kinderstube des Herings, verursachen. Dadurch gefährdet das unverantwortliche Projekt nicht nur Klima und Natur, sondern auch Anwohner, Fischerei und Tourismus in der Region. Wir brauchen einen Ausbaustopp. Unterschreiben Sie den Appell gegen dieses Vorhaben!
Kein LNG-Terminal vor Rügen! +++ Groß-Demonstration am 26. Februar in Baabe +++
Auf der Großdemonstration im Ostseebad Baabe haben sich über 2.500 Menschen zusammen-gefunden, um gegen die LNG-Pläne des Bundes zu protestieren. Vertreter von Bürgerinitiativen und Vereinen, der Tourismusbranche, von Fridays for Future und der Kommunalpolitik sprachen sich geschlossen gegen den Bau von LNG-Terminals vor Rügens Küste aus. NDR-Bericht
Die kritische Position der Naturschutzverbände zum „Ostsee-LNG“ inmitten sensibler Meeresschutzgebiete machte Marlies Preller deutlich: „Die jetzt in Auslegung befindliche Ostsee-Anbindungsleitung OAL soll in zwei EU-Vogelschutzgebiete und mindestens zwei FFH-Gebiete eingreifen. Damit sind irreparable Schäden u.a. an geschützten Meeres-Lebensräumen und der Vergrämung vieler gefährdeter Arten verbunden.
Allein bis zu 130.000 Bergenten halten sich in den Schutzgebieten auf, die durch Lärm, Schiffsbewegungen und Sedimentaufwirbelungen einem fortwährenden Stress ausgesetzt sind. In den Antragsunterlagen findet man dazu, dass sie ja nicht sterben, sondern weiter wegfliegen können.“ Das ist ebenso wenig zu tolerieren wie der erneute Eingriff in den unter EU-Schutz stehenden Greifswalder Bodden, das Hauptlaichgebiet des westlichen Herings, so die Geschäftsführerin des NABU Rügen.
14.01.2023: Gegen die Inbetriebnahme des LNG-Terminals Lubmin durch Kanzler Olaf Scholz, Ministerpräsidentin MV Manuela Schwesig und Klimaminister MV Till Backhaus demonstrieren NABU Rügen, BI Lebenswertes Rügen, BI Lebenswertes Vorpommern.